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(Pro-)Feministischer Handarbeits-Treff
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Feministischer Handarbeits-Treff:
Jeden 1. & 3. Mittwoch im Monat
17:00-19:00 Uhr
Ob häkeln, sticken, stricken, malen uvm.
Hast du Lust kreativ, (pro-)feministisch aktiv zu sein oder andere Menschen aus dem Kiez kennen zu lernen?
Komm vorbei. In entspannter Runde sitzen wir zusammen.
Vernetzt euch. Handarbeit hat eine Tradition im feministischen Widerstand.
Handarbeit ist politisch. Warum? Good to know...
Handarbeit als politische Botschaft
Handarbeit ist seit Jahrhunderten mehr als nur dekoratives oder häusliches Arbeiten – sie ist Teil einer feministischen Tradition.
Tätigkeiten wie Sticken, Häkeln und Stricken wurden historisch Frauen zugeschrieben und oft als „unsichtbare“ oder weniger wertvolle Arbeit abgetan. Gerade deshalb wurde Handarbeit zu einem Ausdruck von Selbstbestimmung, Gemeinschaft und Widerstand.
Indem Frauen textile Techniken nutzten, schufen sie Räume für Austausch, Bildung und politische Botschaften. Heute bedeutet Handarbeit auch Aktivismus: Unter dem Begriff Craftivism werden mit gestickten Slogans, gehäkelten Protestsymbolen oder gestrickten Aktionen gesellschaftliche Missstände sichtbar gemacht und politische Forderungen kreativ in den öffentlichen Raum getragen.
Diese Tradition des Widerstands findet sich in vielen Ländern: etwa in Chile und Argentinien mit den Arpilleras, bestickten Textilbildern als Protest gegen Gewalt und Diktatur, in den USA mit den gestrickten „Pussyhats“ der Frauenbewegung oder in Großbritannien, wo Craftivism gezielt für soziale und feministische Anliegen eingesetzt wird. Handarbeit verbindet dabei Erinnerung, Protest und Solidarität über Grenzen hinweg.
Handarbeit als "safe space" / sicherer Rückzugsort
Handarbeit war für viele Frauen historisch ein Rückzugsort und geschützter sozialer Raum, weil Frauen in vielen Gesellschaften vom öffentlichen politischen und intellektuellen Leben ausgeschlossen waren. Während Männer Zugang zu Vereinen, Universitäten, Politik oder Wirtshäusern hatten, entstanden in Nähkreisen, Strickrunden oder Stickgemeinschaften eigene Räume, in denen Frauen unter sich sprechen, Erfahrungen teilen und Beziehungen aufbauen konnten.
Diese Räume waren „sicher“, weil die Tätigkeit nach außen hin als harmlos und privat galt. Gerade dadurch konnten Frauen dort Themen besprechen, für die sonst kaum Platz war: Ehe, Gewalt, Mutterschaft, ökonomische Sorgen, Sexualität, gesellschaftliche Ungleichheit oder politische Ereignisse. Das gemeinsame Arbeiten mit den Händen schuf außerdem eine ruhige, vertraute Atmosphäre, die Gespräche erleichterte. Historisch waren Näh- und Strickkreise oft nicht nur gesellige Treffen, sondern auch Orte, an denen Solidarität und sogar politisches Handeln organisiert wurden. In den USA etwa verbanden sich im 19. Jahrhundert Nähzirkel mit abolitionistischen und sozialen Reformbewegungen.
Besonders wichtig ist auch der Aspekt der sisterhood / Sororität: Durch das gemeinsame Handarbeiten entstand ein Gefühl von Verbundenheit. Wissen wurde von Generation zu Generation weitergegeben, Frauen unterstützten sich emotional und praktisch — etwa bei Kinderbetreuung, Kleidung, finanzieller Hilfe oder in Krisenzeiten. Diese Form gegenseitiger Fürsorge ist ein zentraler Bestandteil feministischer Solidarität.
Man könnte also sagen:
Handarbeit war nicht nur Beschäftigung, sondern ein sozialer Schutzraum, in dem Frauen Stimme, Gemeinschaft und Widerstand entwickeln konnten.
nachlesen und informieren...
»Die Gewalt gegen Frauen wirft weniger die Frage nach der Qualität
einer Beziehung als nach der Qualität eines Gemeinwesens auf.«
(Carol Hagemann-White).


